Tag 6

Nach fem Frühstück bestellt Anita ein Taxi, das sie nach Kerkyra bringt. Die Segler müssen bis 17Uhr am Schiff sein. Die Tagesetappe führt zwar auch quer über dir Insel auf die Seite des Hafens, aber wir wissen nicht wi lange das dauert. Von Martin und Carmen haben wir bis zu meinem Aufbruch nach dem Frühstück nichts gehört. Ab jetzt bin ich alleine unterwegs was mir recht ist weil ich so mein Tempo, meine Pausen und meine Unterkunft unabhängig bestimmen kann.

Der Weg führt sofort bergan die Steilküste hinauf, zunächst auf geteerten Straßen dann auf unbefestigten Wegen zwischen den Olivenbäumen hindurch. Weiter oben wird es steiler und ein Trampelpfad führt mich nun durch stachliges Gestrüpp.

Je höher ich komme desto felsiger und schwieriger wird der Aufstieg. Manchmal muss ich beide Hände nehmen um über felsige Stufen hinwegzukommen. Nach über zwei Stunden bin ich endlich oben auf der Steilküste in der Nähe einer Kapelle und eines griechisch orthodoxen Klosters angelangt. Wanderer, die von der anderen Seite bequem hochgelaufen sind sehen mich entgeistert an als ich von der steilen Seite aus dem Gebüsch gekrochen komme.

Danach gehts langsam bergab über Trampelpfade und unbefestigte Feldwege Richtung Ostküste. Vor allem im Inneren der Insel fallen abgestellte Schrottautos, wilde Müllkippen und weggeworfene Plastikflaschen besonders unangenehm auf. Zumindest auf Korfu scheint es keine organisierte Müll- und Schrottentsorgung zu geben.

Nach weiteren 3 Stunden meist unter Olivenbäumen hindurch erreiche ich Benitse, ein ansonsten touritischer Ort der Ostküste, in dem aber aufgrund der Jahreszeit fast nichts los ist. Nachdem ich ein Zimmer gefunden habe besuche ich noch das ca 3km entfernte Sissi Schloß Achilleon. Obwohl nicht mehr viel von der Inneneinrichtung erhalten ist und es mehrfach umgebaut wurde, beeindruckt es mich doch.

Tag 5

Am Morgen regnet es immer noch. Nach einem ausgiebigen Frühstück packen wir langsam unsere Rucksäcke. Der Regen lässt langsam nach und hört schließlich ganz auf. Gegen Mittag brechen wir auf und folgem dem Corfu Trail. Kurz nach der Ortschaft trffen wir in den Dünen auf Martin und Carmen, die gestern Nacht noch eine kurze Regenpause genutzt hatten um ihre Zelte aufzubauen. Allerdings sind ihre Sachen größtenteils durchnäßt und müssen erst getrocknet werden.

Anita und ich wollen aber nicht solange warten und wir gehen schon mal voraus. Durch die Dünen hindurch ist der Trail nicht gekennzeichnet und es erfordert selbst mit Navi einige Anstrengung die Richtung zu halten.

Dann geht es entlang eines Binnensees, der eine schmale Verbindung zum Meer hat. Wir queren eine provisorische Fußgängerbrücke und laufen auf dem Dünenstreifen, den der See vom Meer trennt weiter.

Der Trail führt entlang der Küste über teils unbefestigte Wege teils enge Nebenstraßen wieder unter Olivenbäume hindurch. Nun wird die Küste steiler und der Trail anstrengender. Dafür ist die Aussicht zunehmebd spektakulärer.

Gegen 16Uhr erreichen wir Paramonas, ein kleiner Ort am Meer mit Sandstrand. Die Bucht ist traumhaft und wir beschließen huer die Nacht zu verbringen. Die anderen Zwei sind zwar in der Zwischenzeit aufgebrochen, wollen aber irgendwo auf dem Weg am Strand ihre Zelte aufschlagen.

Da fast alle Appartements bereits geschlossen sind nehmen wir uns Zimmer in einem schönen Hotel am Strand. In der einzigen Taverne essen wir mit Meerblick zu Abend und geniessen den Sonnenuntergang.

Tag 4

Die Wetterprognose sieht für heute den ganzen Tag Gewitter und Regenfälle voraus. Beim Blick aus dem Fenster sehe ich schon die dunklen tiefhängenden Wolken aber es regnet noch nicht. Trotzdem laufe ich los und treffe mich mit den anderen, die wieder am Strand übernachtet hatten, in einem Cafe. Auf dem Weg zum Cafe fängt es dann an zu regnen und zu blitzen. Ich muss mich zweimal unterstellen weil der Regen sich massiv verstärkt. Im Cafe muß ich auf die Anderen warten. Es folgt nun ein Blitz dem anderen und es regnet sintflutartig. In einer kurzen Regenpause schaffen es dann auch die Anderen ins Cafe. Es macht keinen Sinn heute weiterzuwandern, das Wetterradar ist eindeutig.

Als der Regen kurzzeitig nachläßt suchen Anita und ich ein Hotel. Die meisten Appartements und viele Hotels haben schon geschlossen, da nur noch sehr wenige Urlauber da sind. Martin und Carmen sind wieder an den Strand gegangen um die Zelte zu sichern. Den ganzen Tag über regnet es mit kurzen Unterbrechungen und ein Gewitter nach dem anderen zieht über uns hinweg.

Abends treffen wir uns zum Essen in einer Taverne. Martin und Carmen sind mit ihrem kompletten Gepäck erschienen, haben aber noch kein Hotel. Martin ist trotz des Wetters nach wie vor für eine weitere Übernachtung am Strand während Carmen noch unschlüssig ist. Während des Essens schlagen in der Umgebung mehrfach Blitze ein und der Strom fällt immer wieder kurzzeitig aus. Der Restaurantbesitzer sagt uns, daß es seit 5 Monaten zum erstenmal wieder regnet und sie froh darüber sind. Nach dem Essen, es regnet immer noch in Strömen und es ist vollkommen dunkel, gehen Matin und Carmen wieder zurück an den Strand in der Hoffnung auf eine Regenpause um ihre Zelte wieder aufbauen zu können.

Tag 3

Wir treffen uns um 9:30 in einem Cafe zum gemeinsanen Frühstück. Gegen 11Uhr brechen wir auf um die Insel erneut zu durchqueren. Die Temperaturen steigen schnell wieder auf fast 30C. Landschaftlich ändert sich nicht viel, Olivenbäume und hohes Gestrüp. Der Trail verläuft meist auf staubigen Feldwegen und manchmal auf Nebenstrassen. Von Ost nach West geht es hügelig aber insgesamt bergauf, da im Westen die Küste steil abfällt während im Osten alles flach ist.

Nach ein paar Kilometer ist mir das Tempo der anderen zu langsam und ich setze mich ab. Der Trail ist durch gelbe Markierungen gekennzeichnet aber diese sind bei Abzweigungen oft schlecht sichtbar oder gar nicht vorhanden. Ich bin froh um mein Navi denn ansonsten läuft man ständig Gefahr eine Abzweigung zu verpassen.

Nach ca 3 Stunden erreiche ich total verschwitzt die Steilküste und werde mit einem spektakulären Blick auf die Strände belohnt.

Unten am Strand angekommen warte ich auf die anderen die dann nach 45 Minuten endlich eintreffen. Wir gehen zusammen weiter am Strand entlang bis zur nächsten Ortschaft Agios Georgios. Die Strände sind weitesgehend leer und die vielen Liegestühle sind nur mit wenigen Touristen belegt.

In einer Strandbar stillen wir unseren Durst und gehen anschließend baden. Das Wasser ist nicht kalt aber trotzdem erfrischend. Abends gehen wir gemeinsam in einer Taverne essen. Für mich gibt es Feta im Blätterteig mit Honig und geröstetem Sesam sowie Gyros mit Tzaziki und Pommes.

Heute haben wir ca 15km zurückgelegt, immerhin steigern wir uns von Tag zu Tag.

Tag 2

In der Nacht bin ich mehrfach aufgewacht. Zum einen wurde es doch kühler als erwartet und ich mußte in den Schlafsack kriechen, zum andern bin ich ständig mit der Luftmatratze auf dem glatten Zeltboden in eine Ecke gerutscht. Gegen 8 Uhr bin ich dann aufgestanden. Die anderen hatten die Nacht unter freiem Himmel verbracht und hatten nun fas Problem, dass ihre Schlafsäcke durch den Morgentau feucht wurden. Während Anita und ich unsere sieben Sachen zusammen packten ging Martin und Carmen nochmal baden. Die beiden hatten es dann nicht sonderlich eilig sodaß wir endlich um halb zwölf alle abmarsch bereit waren. Zunächst ging es dann am Strand entlang und dann in Serpentinen das Steilufer hinauf. Bei wolkenlosem Himmel und in der Zwischezeit nahe 30C war das eine schweißtreibende Angelegenheit. Carmen hatte zudem mit Asthma zu kämpfen, sodass wir nur langsam vorankamen.

Endlich oben angekommen gings dann leicht bergab durch Olivenhaine und niedere Laubwälder weiter. Nach ca 2 Stunden kamen wir durch einen kleinen Ort mit einer Taverne, in der wir uns mit hervorragender Meze und viel Wasser stärkten.

Danach gings wieder unter alten hohen Olivenbäumen und durch Laubwälder größtenteils schattig in Richtung Lefkimmi weiter.

Leider nutzen die Griechen ihre Wälder auch manchmal als Müllhade und entsorgen z.B. den Bauschutt direkt auf den Weg.

Gegen halb fünf sind wir in Lefkimmi endlich angekommen. Während die andern wieder am Strand übernachten wollten habe ich ein kleines Zimmer mit Dusche und WC vorgezogen.

Insgesamt haben wir heute 12,5 km zurückgelegt eas weit hinter meinen Erwartungen lag.

1. Tag

Morgens um 3 Uhr aufgestnden. Elisabeth bringt mich zum Flughafen, der Condor-Flug startet um 5:55. Am Gate treffe ich Anita, Carmen und Martin.

Trotz der Thomas Cook Pleite ist das Flugzeug voll besetzt. Nach 1,5 Stunden Flug landen wir auf Korfu in Kerkyra bei strahlendem Sonnenschein.

Nach der Gepäckausgabe mietet Martin dann ein Auto an um das Gepäck für ihren anschließenden Segelturn zwischenzulagern. Mit einem Saugschlauch versucht er auf aus dem Mietwagen Benzin für den Kocher abzupumpen, jedoch ohne Erfolg. Anscheinend reicht der Schlauch nicht bis in den Tank.

Im nächstgelegenen Lidl decken wir uns mit Lebenmittel ein und fahren dann mit dem Bus für 4,30 € zur Südspitze Korfus nach Kavos, dem Startpunkt des Korfu Trails.

Kurz nach dem Ortsausgang führt der Korfu Trail zunächst durch Olivenhaine und dann durch niederen Laubwald an der Steilküste entlang zu einem verfallenen Kloster.

Weiter über schattige Waldwege erreichen wir einen langen Sandstrand, wo wir im angenehm warmen Wasser ein Bad nehmen.

Obwohl wir erst 6km gelaufen sind beschließen wir am Strand zu übernachten. Wir genießen den traumhaften Sonnenuntergang und den fantastischen Sternenhimmel.

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